Folgen des Klimawandels: Wie schlimm ist es wirklich?

Wut, Angst, Hilflosigkeit, Sorge. Nur einige der überfordernden Gefühle, die das Thema „Klimawandel“ hervorruft. Um Dir einen Teil dieser Überforderung zu nehmen, fasst dieser Blogeintrag die Folgen des Klimawandels zusammen. Somit bekommst Du einen strukturierten Überblick über die Bedeutung des Klimawandels, wie genau seine Folgen aussehen und welche wo zu spüren sein werden. Um zudem das Gefühl der Hilflosigkeit zu vertreiben, findest Du am Schluss Wege, wie DU unser Zuhause retten kannst!

Die Tücken dieses Themas

Umfragen haben ergeben, dass der Klimawandel zurzeit als Deutschlands wichtigstes Problem nach dem Thema Gesundheit angesehen wird. Das ist auch gut so, denn bei uns brennt im wahrsten Sinne des Wortes die Hütte.
Einige Fakten:

  • Die CO2 Konzentration in der Atmosphäre steigt.
  • Wegen des Treibhauseffekts führt dies zu einem kontinuierlichen Temperaturanstieg auf unserer Erde.
  • Punkte wie Energiegewinnung, Landwirtschaft, Mobilität und die wachsende Weltbevölkerung sind die Hauptursachen.

Diese Entwicklung bedeutet jedoch nicht das Ende der Erde, sondern das Ende der Erde, wie wir sie kennen. Wie genau es danach aussehen wird, ist teils bekannt, teils schwer einzuschätzen.

Dies liegt an dem Auftreten von Kettenreaktionen, die stattfinden, wenn sogenannte Kipppunkte überschritten werden. Der Fall des Amazonas Regenwaldes ist ein Beispiel für solch einen Kipppunkt: Es gibt einen kritischen Punkt, an dem wir zu viel Wald zerstört und zu viel gespeichertes CO2 freigesetzt haben. Ist dieser Punkt erreicht, kann sich diese Entwicklung nicht mehr umkehren lassen und die Erderwärmung wird schlagartig beschleunigt. In unserem Blogeintrag über den Amazonas Regenwald  erfährst Du mehr.

Auch positive Rückkopplungen erschweren das exakte Einschätzen der Folgen. Dieser Begriff beschreibt den Prozess, in dem das Auftreten einer Situation sich selbst verstärkt. Klingt kompliziert, daher auch hier ein Beispiel: Erhöhte Temperaturen bringen die Polkappen zum Schmelzen. Daraufhin können deren weiße Flächen weniger wärmende Strahlen zurück ins All reflektieren. Hierdurch kommt es zu weiteren Temperaturerhöhungen, dadurch zu weiterem Schmelzen, zu weiteren Temperaturerhöhungen,… 

Bekannt ist aber, dass das globale Klima ein System mit zahlreichen Wechselwirkungen und Vernetzungen ist. Kettenreaktionen und positive Rückkopplungseffekte sind demnach zu erwarten.
Unter anderem aus diesem Grund bewertet der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) in seinem Bericht von 2022 die Folgen des Klimawandels als schwerwiegend. Diese Einschätzung bezieht sich sowohl auf die Natur, als auch auf unsere Gesellschaft, Wirtschaft und den Alltag.

Direkte Folgen

Selbst wenn wir unsere CO2 Emissionen in den nächsten Jahren deutlich zurückschrauben, würden sich die Effekte in Form von reduziertem Klimawandel erst ab 2050 zeigen. Das liegt an der langen Verweildauer von CO2 in der Atmosphäre.
Bis dahin häufen sich die folgenden Entwicklungen.

Klimaextreme: Wetterereignisse, die für den Ort, an dem sie auftreten, nicht der Norm entsprechen. Das Ungleichgewicht im globalen Klima begünstigt generell deren Häufigkeit.

  • Hierzu zählen z.B. Hurrikane, deren Auftreten bereits dreimal wahrscheinlicher geworden und deren Intensität um 10-15% gestiegen ist.
  • Auch Stürme und Überflutungen haben sich seit 1990 verdoppelt.
  • Dürren und Brände sind weitere Beispiele.

Steigen der Durchschnittstemperatur: Hitzewellen treten bereits jetzt regelmäßiger auf. Freude über mehr sonnige Tage ist aufgrund von zahlreichen indirekten Konsequenzen leider unbegründet. Dazu gleich mehr.

Extreme Temperaturen Deutschland global 1881-2018
Dieser Graph zeigt die Entwicklung von Temperaturabweichungen in Deutschland und global seit 1890. Du siehst, dass der Trend klar steigt. (Quelle: Daten: DWD NOAA)

Erhöhung des Meeresspiegels: Eine der meist genannten Folgen, die durch mehrere Mechanismen begünstigt wird.

  • Wegen der erhöhten Temperaturen schmilzt das Eis auf dem Land. Positive Rückkopplung! Permafrostböden bilden einen der größten Kohlenstoffspeicher unseres Planeten. Sobald sie schmelzen, setzen sie das CO2 frei, was zu zusätzlicher Erderwärmung führen würde.
  • Auch das Eis im Wasser schmilzt. Derzeit haben wir noch ¼ des Meereises von vor 30 Jahren.
  • Außerdem wird das Wasser der Ozeane erwärmt und dehnt sich dadurch aus. Warmes Wasser kann zusätzlich schlechter CO2 binden. Auch den Kohlenstoffspeicher Ozean würden wir damit verlieren.
  • Eine weitere Kettenreaktion wird dadurch hervorgerufen, dass sich durch das zusätzliche Wasser der Salzgehalt der Meere reduziert. Dies führt zu Veränderungen der Meeresströmungen, kann z.B. Überschwemmungen zufolge haben und ändert das komplette Ökosystem, da der Lebensraum Meer unbewohnbar wird.
  • Die Erhöhung des Meeresspiegels bedroht natürlich auch das Zuhause von Millionen von Menschen. Im folgenden Schaubild kannst Du Dir einen Überblick machen, wie die Situationen in verschiedenen Ländern bei 1 Meter und bei 5 Meter Meeresspiegelanstieg aussehen würde.
Meeresspiegelanstieg Betroffene

Dürren: Die erhöhten Temperaturen führen zu Dürren. Folgen hiervon zeigen sich jetzt schon in der Landwirtschaft von Weizen und Mais, deren Erträge spärlicher ausfallen.

  • Dürren begünstigen z.B. (Wald)Brände, Ernteausfälle, Nahrungsmittel- und Trinkwasserknappheit.
  • Auch Wälder gehören zu den effektivsten Kohlenstoffsenken und regulieren dadurch unser Klima. Wenn sie brennen, setzen sie CO2 in die Atmosphäre und beschleunigen die Erderwärmung zusätzlich.

Extreme Niederschläge: Die erwärmte Luft kann mehr Regen speichern, der abrupter und intensiver entladen wird. Der ausgetrocknete Boden kann den Niederschlag nicht aufnehmen, wird mit seinen Nährstoffen weggeschwemmt und kann zu Erdrutschen führen.

Überschwemmungen und Fluten:

  • Küstenüberschwemmungen, wie sie früher alle 100 Jahre geschehen sind, geschehen bald jährlich.
  • Unsere liebsten Küstenstädte sind spätestens 2100 unbewohnbar. Dazu zählen Venedig, Lissabon, London, Den Haag, Amsterdam, Bremen, Hamburg, Sylt. In Bangladesch betreffen Überschwemmungen jede:n vierte:n Bewohner:in und Inselstaaten wie die Malediven verschwinden komplett.
Überschwemmung in Bingley, England im Jahr 2015 (Foto von Chris Gallagher auf Unsplash)

Gletscher schmelzen:

Eine weitere Konsequenz der erhöhten Temperaturen.Positive Rückkopplung: Weiße Flächen reflektieren wärmende Strahlen sehr effektiv und halten die Erde dadurch kühl. Dieser Effekt verschwindet natürlich, wenn das Eis schmilzt, sodass die Erderwärmung (die eigentliche Ursache der Gletscherschmelze) weiter verstärkt wird. Dieser Effekt wird auch „Eis-Albedo-Rückkopplungseffekt“ genannt.
Auf dieser Karte kannst Du erkennen, welche Gebiete besonders bedroht sind.

Aus dem Weltrisikobericht 2022 (Copyright: Bündnis Entwicklung Hilft 2022)

Indirekte Folgen

Die direkten und indirekten Folgen der Erderwärmung lassen sich nicht immer deutlich differenzieren. Im Weiteren sind aber einige der wichtigsten Konsequenzen aufgeführt, die durch die oben genannten Folgen verursacht werden.

Ozeanversauerung:

  • Die steigende Konzentration von CO2 in den Ozeanen versauert sie. Das führt zum Absterben von Korallen und damit auch von den dort lebenden Fischen. Bei einer Erderwärmung von 1,5°C betrifft das bereits 70-90% aller Korallen!
  • Damit fällt außerdem die Hauptnahrungsquelle für eine halbe Milliarde Menschen weg, sowie eine weit verbreitete Lebensgrundlage.
Korallensterben durch Ozeanversauerung
Auf diesem Vorher - Nachher Foto siehst Du, wie es der Feuerkoralle aufgrund der Ozeanversauerung geht. (Copyright XL Catlin Seaview Survey)

Trinkwasserknappheit:

Durch die Erhöhung des Meeresspiegels dringt mehr salziges Meerwasser in das Grundwasser. Weitere Verursacher: Wetterextreme, Dürren und Brände.

Hunger: Folge von Wetterextremen, erhöhten Temperaturen, Dürren, Bränden

  • Betroffen sind vor allem Entwicklungsländer, in denen es sowieso schon schlechten bis keinen Zugang zu Wasser und Nahrung gibt, und die von der Landwirtschaft und stabilen Preisen besonders abhängig sind.
  • Extremwetterereignisse haben dazu geführt, dass im letzten Jahr 23,5 Millionen Menschen ausreichende Nahrung gefehlt hat. Die folgende Graphik zeigt dir, welche Länder es vor allem betrifft.
Wetterextreme Länder

Infrastruktur: Diese ist prinzipiell von allen Folgen des Klimawandels betroffen, der Umfang der Folgen hängt von der Region ab.

Auch hiervon sind insbesondere Entwicklungsländer betroffen. Beschädigte und neue Gebiete müssen dann mit Geld bewohnbar gemacht werden, das anschließend an anderen Stellen fehlt, z.B. für die Weiterentwicklung jener Länder. Dies hat zusätzlich Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.

Klimaflüchtlinge: Die Zerstörung der Lebensgrundlagen führt zu Flüchtlingswellen in weniger betroffene Gebiete.

  • Laut der Weltwetterorganisation (WMO) mussten alleine im Jahr 2021 in Afrika 2,5 Millionen Menschen aus diesem Grund ihre Heimat verlassen.
  • Solche Entwicklungen verschärfen Konflikte, Kriege und die geopolitische Instabilität.

Verbreitung von Schädlingen und Krankheitserregern: Verursacht durch die steigenden Temperaturen und Hitzewellen, aber auch durch Dürren und Überschwemmungen.

  • Forschende haben errechnet, dass der Klimawandel 58 % der Symptome durch Krankheitserreger verschlimmert. Solche Krankheitserreger umfassen Viren, Bakterien, Pflanzenpollen, Pilzen, Mücken, Zecken und Nager. Tierseuchen treten (wieder) auf.
  • Hinzu kommt, dass Stress und Mangelernährung aufgrund der Bedingungen unsere Immunsysteme zusätzlich schwächen und wir anfälliger für diese Krankheitserreger sind.

Städte: In Städten und deren Ballungsräumen steigen Risiken von Hitzewellen und Überschwemmungen besonders.

Das hat direkte Effekte auf die Gesundheit der Bewohner:innen: Hitzebedingte Todesfälle und Selbstmordraten, sowie Krankheiten schnellen in die Höhe.

Veränderungen der Lebensräume: Diese Konsequenz haben alle genannten Effekte gemeinsam.

  • Es wird zum größten Artensterben dieses Jahrhunderts kommen: Wenn es bei den angestrebten 1,5°C Erwärmung bleibt, sterben geschätzt 20 – 30% aller Arten aus. Dabei scheint das 1,5° Ziel nach jüngsten Erkenntnissen der Wissenschaft nur noch erreichbar, wenn Politik und Wirtschaft sofort drastische Maßnahmen treffen.
  • Dieses Aussterben von Tier- und Pflanzenarten liegt daran, dass sie sich nicht schnell genug anpassen können. Ein gutes Beispiel hierfür sind Korallenriffe, die ihren Standort nun mal nicht wechseln können und den Folgen der Erderwärmung gnadenlos ausgeliefert sind. Andere Lebensräume, wie z.B. die Tropen, sind von Natur aus nie starken Schwankungen ausgesetzt. Die hier vorkommenden Arten sind nicht darauf eingestellt, sich auf Änderungen des Klimas anpassen zu müssen. Zuletzt gibt es für Lebensräume wie die Pole einfach keine Alternativen.
  • Diese indirekten Folgen begünstigen Flüchtlingswellen weiter.

An dieser Stelle sollte betont werden, dass sich diese Folgen zurzeit noch hauptsächlich auf Entwicklungsländer beschränken und diese Länder auch auf lange Sicht am schwersten betroffen bleiben. Dementsprechend verlieren sowieso benachteiligte Regionen weiter ihre Existenzgrundlagen, ihre Wirtschaft wird weiter geschwächt und globale soziale Ungleichheiten verschärfen sich weiter.

Alleine im Jahr 2017 wurden in 34 Ländern Hungerkrisen durch Klimaextreme ausgelöst, von denen 100 Millionen Menschen betroffen waren. Unfair ist, dass die Menschen dieser Regionen meistens nichts zum Klimawandel beitragen und wenig tun können, um ihn zu verhindern.

Extremwetter Länder Tote
Diese Graphik veranschaulicht das eben Genannte, indem sie darstellt, dass Extremwetterereignisse in Entwicklungsländern viele Opfer fordern.

Deutschland bekommt den Klimawandel zu spüren

Spätestens die Hochwasserkatastrophe 2021 hat uns gezeigt, dass auch Deutschland vor den Folgen des Klimawandels nicht sicher ist. Ganz im Gegenteil: Die mehr als 180 Toten und zahlreiche Betroffenen führen uns vor Augen, dass wir JETZT aktiv sein müssen. Die Häufigkeit von Extremwetterereignissen hat sich innerhalb der letzten 50 Jahre nämlich mehr als verdreifacht. Mit weiteren Überschwemmungen ist also zu rechnen.
Gleichzeitig mit Sturmfluten steigt der Meeresspiegel. Dies betrifft unsere Nord- und Ostseeküste.
Auch starke Niederschläge häufen sich, diese haben schon vor allem im Winter nachweislich zugenommen. Der Wunsch nach weißer Weihnacht wird also immer unrealistischer.

Im Kontrast dazu steht die Zunahme und steigende Intensität heißer Tage: Im Vergleich zu drei heißen Tagen (Tage mit einer Höchsttemperatur über 30°C) im Jahr 1951 verzeichnen wir mittlerweile 10 heiße Tage pro Jahr. Die Hoffnung auf Urlaubsfeeling im eigenen Zuhause ist leider unbegründet: Solch eine Hitze birgt Risiken für die Gesundheit, vor allem von Kindern und Alten. Das Vorkommen von z.B. Kreislauferkrankungen steigt, unsere Produktivität sinkt und unsere Wirtschaft leidet. Bei Personen, die bereits von Vorerkrankungen wie Diabetes, Atemwegs- oder Herzkreislauferkrankungen betroffen sind, steigt die Beeinträchtigung durch Hitzetemperaturen.

Darüber hinaus erfahren wir mehr Trockenheit, Dürren und sinkende Grundwasserstände. Schon jetzt hat die Feuchte unserer Böden abgenommen und die Wasserversorgung für Pflanzen wird reduziert. Ernteausfälle und ultimativ weitere wirtschaftliche Schäden sind das Ergebnis. Wenn es regnet, ist der Boden nicht in der Lage, das benötigte Wasser aufzunehmen, sondern wird weggeschwemmt und kostet den Boden wertvolle Nährstoffe. Auf der anderen Seite haben es Bakterien leichter, sich auszubreiten und Pflanzen zu befallen.
Das sinkende Grundwasser führt außerdem zu Wassertiefständen, die die Schifffahrt einschränken. Wegen Versorgungsengpässen nimmt die Wirtschaft Schaden.
Weitere Folgen des Klimawandels auf unsere Wirtschaft lassen sich auf Betriebsunterbrechungen, Schäden an der Infrastruktur und am Eigentum, andere Ausfälle in Lieferketten und Preiserhöhungen zurückführen.

Auch beim Blick auf unsere Wälder zeigt sich kein grünes Licht. Die beschriebenen Änderungen des Klimas führen zu Waldsterben. Abgestorbene Bäume spenden bodennahen Pflanzen weniger Schatten und Feuchtigkeit, sodass diese Schädlingen, wie z.B. dem Borkenkäfer, und weniger Nährstoffen ausgesetzt sind. Die trockenen Böden und das trockene Laub begünstigen zudem Waldbrände.

Ein Foto der Wälder im Harz zeigt die Zerstörung. (Foto von Johannes Schenk auf Unsplash)

Zuletzt können wir schon langsam Veränderungen in unseren Jahreszeiten beobachten. Der verfrühte Frühlingsanfang lässt unsere Winterblues zwar schneller verfliegen, verschiebt aber auch die Blütezeit. Das kostet viele Tiere in ihrer Brutzeit die Nahrung. Dazu kommt eine verlängerte Pollensaison, die weitere Gesundheitsrisiken birgt. Ähnliches gilt für die erleichterte Ausbreitung diverser Krankheitsüberträger in Form von Stechmücken.

Auf dieser Website kannst Du die spezifischen Prognosen für Dein Bundesland nachschauen.

Positive Folgen der Erderwärmung

Nun wäre es ziemlich einseitig, nur die negativen Folgen des Klimawandels darzustellen. Der Vollständigkeit halber also eine Übersicht der positiven Entwicklungen:

Der Ausbau neuer Energieressourcen steigt, sodass wir bessere Alternativen zu den Fossilen entwickeln.
Neue, vorher unattraktive Regionen können vom Tourismus profitieren. Gut, dafür fallen andere Regionen weg. Der Mittelmeerraum ist bei 40°C nicht mehr zu empfehlen.
Zugegeben lässt sich dieses Muster auf die meisten positiven Folgen übertragen. Wenn arktisches Eis taut, ist dieser Weg frei für die Schifffahrt. Yay! Dieses Gebiet ist dann aber leider auch frei von Eisbären, gespeichertes Methan wird freigesetzt und mobiles Eis gefährdet die Schifffahrt.

Nun ja, das war ernüchternd: Die negativen Folgen überwiegen zweifellos. Kommen wir also lieber zu Wegen, den Klimawandel aufzuhalten.

Wie können wir reagieren?

Unsere Handlungsmöglichkeiten beschränken sich auf drei Arten von Verhalten:

  1. Mitigation: Dies bezeichnet die Ursachenbekämpfung, also in diesem Fall die Verhinderung von negativen Einflüssen auf das Klima. Um die Folgen des Klimawandels aufzuhalten, müssten wir demnach z.B. unseren CO2 Ausstoß verringern, weniger konsumieren, oder Wälder aufforsten. Die meisten Maßnahmen zum „Klimaschutz“ gehören in diese Kategorie.
  2. Adaption: Die Folgenbekämpfung des Klimawandels beinhaltet Anpassung an seine Risiken, in anderen Worten: Lernen, mit dem Problem zu leben. Gute Beispiele hierfür sind der Bau von Dämmen und andere Arten des Hochwasserschutzes, oder das Anpassen im Gebäudebau.
  3. Geoengineering (Climate Engineering): Das Problem „reparieren”, indem wir z.B. CO2 aus der Atmosphäre holen oder der Versauerung des Ozeans entgegenwirken. Dieser Weg löst das Problem, dass das Klima zu langsam auf unsere Klimaschutzmaßnahmen anspringen könnte. Geoengineering könnte dementsprechend eine Alternative sein, um Kippunkte zu vermeiden. Es ist in seiner Entwicklung aber noch in den Kinderschuhen, sodass Kosten und Effektivität teilweise schwer absehbar sind.

Was kannst Du unternehmen?

Dass wir jetzt handeln müssen, hören wir oft. Dass wir wirklich JETZT handeln müssen, da sofortige Klimaschutzmaßnahmen Jahrzehnte brauchen, bis sich ihr Effekt zeigt, hören wir seltener.

Also: Lieber grün handeln als schwarz sehen! Wie das geht, schlagen wir Dir im Folgenden vor.

Lebensmittel

Beim Thema Lebensmittel gibt es zahlreiche Wege, wie Du Deinen CO2 Ausstoß einfach verkleinern kannst. Versuch bei Deinem nächsten Einkauf doch mal, 3 der Tipps umzusetzen und schaue, welche neuen Gerichte sich Dir offenbaren! Also:

  • Genieße Dein Fleisch so richtig, indem Du zu besserer Qualität greifst, dafür aber seltener.
  • Setze ansonsten auf frisches Obst und Gemüse, auf Hülsenfrüchte und Nüsse. Nicht nur die Umwelt, auch Dein Körper wird es Dir danken!
  • Regionale und saisonale Lebensmittel sind viel netter zu unserer Umwelt und bringen Dir mehr Nährstoffe. Saisonkalender, wie der von Utopia, zeigen Dir, was gerade wächst.
  • In der Lebensmittelbranche kommt es zu riesigen Verschwendungen, weil krummes, natürlich gewachsenes Obst und Gemüse nicht mehr in unseren Geschäften angeboten wird. Etepetete und SIRPLUS retten diese Lebensmittel und zaubern Dir mit den krummsten Möhren ein Lächeln ins Gesicht!
  • Derzeit ist mehr als die Hälfte der deutschen Lebensmittelverschwendung vermeidbar. Bei TooGoodToGo und RESQ findest Du ganze Gerichte aus Restaurants, die Du zu kleinerem Preis vor der Tonne retten kannst.
  • Bringe beim nächsten Restaurantbesuch eine Dose mit, wenn Du weißt, dass die Portionen normalerweise zu groß für Dich sind. Oder bitte vor Ort darum, Deine Reste eingepackt zu bekommen!
  • Um Deine Reste zuhause zu verwerten, schlagen Dir EatSmarter, Zu Gut für die Tonne und die Rezepte App von Essen und Trinken kreative Rezeptideen vor.
  • Falls Du regelmäßig zu viel einkaufst: Schreibe Einkaufslisten, friere ein oder gebe den Überschuss an Nachbarn und Freunde weiter.
  • Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ist Dein Lebensmittel nicht direkt Abfall. Rieche dran, um herauszufinden, ob Du es noch verwerten kannst!

Energieverbrauch

Vermindere Deinen Energieverbrauch und wechsele, wenn möglich, zu Ökostrom! Vor allem Zuhause fällt einiges an, das sich aber durch kleine Gewohnheitsänderungen fix bessern kann. Einfache Tricks beinhalten:

  • Nur so viel Wasser aufkochen wie nötig.
  • Normale Glühbirnen durch LED-Birnen austauschen (dadurch kannst Du 90 % Deines Energieverbrauchs für Licht sparen! Und bis zu 200 € Stromkosten…).
  • Spare 30% des Stromverbrauchs Deines Kühlschranks, indem Du ihn abtaust. Lasse Gerichte außerdem erst vollständig abkühlen, bevor Du sie einräumst.
  • Passe die Energieeinstellungen Deiner elektronischen Geräte an, Stichwort Stromsparmodus und auf Standby Modus verzichten. Und nimm‘ das Netzteil aus der Steckdose!
  • Spare Dir die Vorwäsche. Außerdem: Waschgänge mit 30°C verbrauchen nur ein Drittel des Stroms von Waschgängen mit 60°C und machen genauso sauber. Nur Unterwäsche, Handtücher und Bettwäsche sollten heißer gewaschen werden.

Mithilfe der Klima Buddy App kannst Du erkennen, wo DU privat am besten CO2 einsparen kannst!

Umweltbewusstes Reisen
Die CO2 Emissionen von Flugzeug und Auto sind Dir längst bewusst, trotzdem hier nochmal der Vorschlag, lieber auf Bus, Bahn und Fahrrad zu setzen. Ist super effektiv, denn diese Wahl kannst Du wahrscheinlich täglich treffen!

Finanzen
Lege Dein Geld sinnvoll an, indem Du Dich für „Ökobanken“ entscheidest, die mit Deinem Geld nachhaltige Projekte unterstützen. Gute Beispiele dafür sind die GLS Bank, die Triodos, die EthikBank und die Umweltbank. Außerdem zeigt Dir der Fair Finance Guide, in welche Branchen sonstige Kreditinstitute Dein Geld investieren.

All diese Ideen klingen schön und gut, sind für Dich aber einfach nicht umsetzbar? Oder Du möchtest noch mehr tun? Dann kannst Du an verschiedenste Zwecke spenden!
Durch die Unterstützung unserer Projekte hilfst Du der Umwelt mit jedem Euro. Hier kannst Du zudem auswählen, für welches unserer Projekte wir Deine Spende nutzen sollen!
Die Welthungerhilfe geht gegen globale Ungerechtigkeiten vor, die der Klimawandel potenziert, und freut sich über Deine Hilfe!
Spenden an Greenpeace dienen u.a. politischen Kampagnen oder dem Schutz der Meere.

Fazit

Um die Anfangsfrage zu beantworten: Die Folgen des Klimawandels sind schwerwiegend und betreffen alle Lebensbereiche. Klimaextreme, steigende Durchschnittstemperaturen, Steigen des Meeresspiegels, Dürren, Überschwemmungen und schmelzende Gletscher lassen sich als direkte Folgen zusammenfassen. Allerdings bringen sie weitere Auswirkungen mit sich, die sich teilweise gegenseitig verschlimmern. Obwohl die stärksten Folgen bislang in Entwicklungsländern auftreten, ist auch Deutschland immer häufiger betroffen. Noch können wir es ändern. Jede:r von uns hat die Macht, mit kleinen Anpassungen Großes zu bewegen. Im wahrsten Sinne des Wortes liegt das Leben der Menschheit nun in unserer Hand.

Wir sind gespannt, von Dir zu hören: Welche Folgen des Klimawandels hast Du schon miterlebt? Vor welchen hast Du besondere Sorge? Und möchtest Du weitere Tricks teilen? Dann schreib uns gerne über das Kontaktformular.

Statte uns doch einen Besuch auf Instagram ab! Hier informieren wir Dich über Neuigkeiten zum Klimaschutz, faszinierende Fun Facts über unsere Natur und weitere Tipps.

Außerdem freuen wir uns, wenn Du den Artikel über Deine sozialen Kanäle teilst:

Share on facebook
Facebook
Share on linkedin
LinkedIn
Share on twitter
Twitter

Blogartikel verfasst von Emily Waltermann

de_DEDE