Wohnungslosenhilfe

INFOBOX

678.000 wohnungslose Menschen in Deutschland in 2018
Überproportionaler Anstieg und Dunkelziffer deutlich höher
Vermietung von Wohnungen an Hilfebedürftige durch die DSUS

Über das gesamte Jahr 2018 gesehen waren ca. 678.000 Menschen in Deutschland ohne Wohnung. 4,2% Anstieg zum Vorjahr bedeuten zudem eine überproportionale Entwicklung. Eine Jahresgesamtzahl ist natürlich deutlich höher als eine Stichtagszahl, aber dafür ist das Ergebnis über das Jahr betrachtet auch aussagekräftiger. In Berlin fand in der Nacht vom 29. zum 30. Januar 2020 die bundesweit erste systematische Zählung der Wohnungslosen durch Freiwillige statt. Dabei wurden 1976 Obdachlose erfasst, wobei die Dunkelziffer deutlich höher liegen dürfte.

Bis dato gab es lediglich grobe Schätzungen, die sich im Bereich um die 6.000 – 10.000 bewegten. Während die Selbstvertretung wohnungsloser Menschen die Zahlen als unrealistisch einstufte und kritisierte, dass Schaffung von mehr Wohnraum für die Betroffenen wichtiger sei, als sie zu zählen, sieht die Politik die Ergebnisse als Grundlage für verbesserte Hilfsangebote.

Hinzu zum grundsätzlichen Mangel an Wohnraum und überteuerten Wohnungen kommt der Umstand, dass wohnungslose Menschen häufig stigmatisiert und ausgegrenzt werden. Da die Wohnungslosenzahlen steigen und Bund und Länder keine brauchbaren Lösungsvorschläge bringen, möchte die DSUS ihren Teil zur Verbesserung der Lage beitragen, indem Mietwohnungen aus dem Stiftungsbestand für soziale Zwecke bereitgestellt werden. Vor allem der Verein Hestia, in dessen Trägerschaft sich Zufluchtswohnungen, eine Wohnungsvermittlung für Frauen in Gewaltsituationen und ein Frauenhaus befinden, wird bisweilen mit Wohnraum bedient.

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